Der Kanton Bern saniert und erneuert die Lindenallee in Interlaken auf einer Länge von rund 680 Metern. Der Berner Regierungsrat bewilligte dafür ein Budget von 4,5 Millionen Franken.
Die Lindenallee dient als Autobahnzubringer, als Umfahrungsstrasse und grosszügige Verbindungsstrasse von Interlaken nach Bönigen. Primär werden die strassenbaulichen Schwachstellen behoben. Die Strasse ist teilweise zu breit und überdimensioniert. Das kann tendenziell zu schnellem Fahren verleiten. Zudem wird die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer verbessert. In erster Linie für Radfahrer und Fussgänger. Gezielte Massnahmen, wie etwa die Pflanzung von 25 neue Linden (samt einer Eiche) verschönern die Umgebung der Verkehrsflächen. Die Identität der Region wird so optisch aufgewertet.
Ausgangslage
Erst mit dem Bau der Oberlandautobahn in den 1980er Jahren wurde die Lindenallee durchgehende Verbindungsstrasse von Interlaken nach Bönigen. Heute verkehren dort täglich rund 10'000 Fahrzeuge wie auch viele Schulkinder mit Velos. Auf der Seite des Wohnquartiers bleibt die historische Linden-Baumreihe erhalten. Die fehlende Linde wird neu gepflanzt. Auf der gegenüber liegender Strassenseite wird die Mauer des Klosterbezirks in alter Manier neu gebaut. Der Platz des heutigen Kiesgehweges entlang der Mauer wird in einen Velostreifen umfunktioniert. Der Gehweg führt dann neu als leicht geschwungener Mergelweg durch das Schlossareal. Aus Sicherheits- und Platzgründen muss die alte schräge Eiche durch eine neue ersetzt werden. Am Knoten Freiestrasse werden vier neue Linden gepflanzt. Im Abschnitt Ost, bis zum Kreisel Aldi entsteht eine neu zu pflanzende einreihige Lindenallee in Richtung Bönigen. Damit wird die Baumreihe in der grosszügigen Ebene eine starke architektonische Wirkung erzielen. Und so ein identitätsstiftendes Landschaftselement des Bödeli bilden.

Aktuelle Arbeiten
Bauphase 1 vom 02.03.2026 – 04.09.2026
Die Sanierung und Erneuerung der Lindenallee beginnt am Montag, 2. März 2026, mit der ersten von insgesamt sechs Bauphasen. Die erste Etappe dauert bis anfangs September 2026. Während dieser Zeit wird die Lindenallee zwischen der Kreuzung Freiestrasse und dem Kreisel Klosterstrasse in Richtung Dorf gesperrt (Einbahnregime). Die signalisierte Umfahrung führt ab der Kreuzung über die Freiestrasse sowie via Höheweg in die Klosterstrasse bis zum Kreisel (siehe Plan). Fussgänger können sich in der Regel unbehindert bewegen. Auf der Schlosss (Nord-) Seite sind Strassenbau- und Strassenbeleuchtungsarbeiten, ein Neubau der Schlossmauer und des Schlossweges sowie verschiedene Infrastrukturanpassungen wie Strassenentwässerung, Bau einer Mittelinsel, Belagseinbau, Vorbereitung für die neuen Bäume sowie einer Fussgängerquerung vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden (Süd-) Seite stehen zudem Gehweg- und Werkleitungsanpassungen auf dem Programm.

Bauphase 2 vom 07.09.2026 – 02.11.2026
In der zweiten Bauphase, vom Montag, 7. September bis Montag, 2. November 2026, werden im Bereich der Kreuzung Freiestrasse vergleichbare Arbeiten ausgeführt. Die Umleitung führt - bis im März 2027, Ende der Bauphase 3. via Allmendstrasse in die Untere Bönigstrasse, den Höheweg in die Klosterstrasse bis zum Kreisel.

Und so geht’s weiter:
Bauphase 3 vom 09.11.2026 – 24.02.2027
Abschnitt Mitte, Kreuzung Freiestrasse bis Kreisel Allmendstrasse incl. Carparkplatz.
Bauphase 4 vom 08.03. bis 19.07. 2027
Abschnitt Kreisel Allmendstrasse Ost bis Busanlagekante Süd in drei Etappen.
Bauphase 5 vom 03.08. bis 06.10. 2027
Abschnitt Ost, Busanlagekante Süd bis zur Wanne BOB unterteilt in zwei Etappen.
Bauphase 6 vom 11.10. bis 25.11. 2027
Abschnitt Gleisanlage BOB bis zum Aldi-Kreisel, zwei Etappen, Erhöhung Radweg.
Projekt-Abschluss ist am 08.05. 2028
In diesen Bauphasen werden in etwa vergleichbare Sanierungs-, Infrastruktur- und Erneuerungsarbeiten ausgeführt, wie sie für die erste Etappe aufgezählt sind. Der Verkehr wird entsprechend der Bauphase umgeleitet – und publiziert. Mit dem Einbau des lärmmindernden Deckbelages ist dann die Lindenallee auf 680 Metern rundumerneuert.
Nachfolgeregelung

Entlang der Lindenallee stehen rund 100 Bäume. Eine Handvoll davon muss zustands- oder projektbedingt weichen. So auch die alte, schräge und geschützte Eiche. Die kantonale Naturförderung hat dies mit Auflagen genehmigt. Sie darf aber in gewisser Weise «weiterleben». Der Stamm wird auf eine Höhe von 60 Zentimetern gekürzt, der Baumstrunk verbleibt im Boden. Dieser bietet künftig über viele Jahre hinweg wertvollen Lebensraum für seltene Käfer- und Insektenarten. Der entastete Stamm wird in der Nähe seines Wuchsortes gelagert. Als Ersatz wird eine in Langenthal «aufgewachsene» einheimische Stileiche mit den stolzen Massen von 11 Metern Höhe, 5 Metern Breite und einem Gewicht von 4’000 Kilo (Bild) künftig die «Aufgaben» der alten Eiche übernehmen. Im Rahmen der Sanierung und Erneuerung der Lindenallee werden zudem 25 neue Hochstammbäume gepflanzt. So wird der Allee-Charakter sinnvoll gestärkt und erhalten.